Aller Anfang tut weh

Meine zweite berufliche Laufbahn begann etwas anders, als sich einige von euch jetzt vielleicht vorstellen. Ich hatte vor knapp 18 Jahren noch einen typischen Bürojob in einer Bank (ja, ich weiß, mega spießig ;o) Auch die Jahre zuvor bei einer Versicherung und in einer Anwaltskanzlei hatten mit Sport, oder Bewegung nicht viel zu tun. Ich habe mich immer gerne bewegt, war stets Mitglied in verschiedenen Fitness Studios, habe sogar meine erste Lizenz 1993 beim LSB (Landessportbund) erworben, um selbst unterrichten zu dürfen, war aber eben leider auch häufig bei meiner Krankengymnastin und beim Physotherapeuten. Meine Wirbelsäule hat sich entschieden, im Laufe meiner Kindheit einen kleinen Knick einzubauen und das Geräteturnen bis zu meinem 12ten Lebensjahr war da eher kontraproduktiv. Dann kam das dazu, was einem eh schon geschädigten Rücken den Rest gibt: Sitzen, sitzen und wieder sitzen, bis zu 12 Stunden am Tag. Im Büro, im Auto, oder der Bahn, am Tisch beim Abendessen, genauso wie beim Treffen mit Freunden, ja sogar auf dem Klo sitzen wir. Da war jeder Gang in meine Muckibude eine echte Abwechslung. Ich war mir damals leider nicht bewußt, dass gerade mir, auch das noch so gut angeleitete Gerätetraining, nicht helfen, sondern eher schaden würde. Nachdem meine Rückenschmerzen immer wiederkehrten und meine Krankengymnastin eine Urlaubsvertretung hatte, erfuhr ich das allererste Mal etwas, was mein Leben verändert hat. Statt der üblichen Übungen, die meinen Rücken entlasten sollten, musste ich Pilates machen! Was? Das war 1995, ich also noch 25 Jahre jung. Kannte ich nicht, hatte ich nie gehört. Mir fällt gerade beim besten Willen nicht ein, wie die junge Dame hieß, die die Vertretung in der Praxis übernahm, aber ich bin ihr unendlich dankbar für diese Erfahrung. Ich weiß noch, dass sie erzählte, sie lebte 5 Jahre in den USA, der Liebe wegen, die leider scheiterte und kam da mit der Methode von Joseph Pilates in Kontakt und hat unzähligen Menschen helfen können. Ok! Ich war immer schon offen für Neues (mit googeln war damals noch nix bei mir, deshalb blieb mir eigntlich auch nichts anderes übrig).

Also, lass uns loslegen: Seltsame Übungen, komische Atemtechnik ... oder? Tolle Übungen, sehr gute Atemtechnik. Das war mein erster Tag. Es folgten weitere und ich wurde regelrecht süchtig. Ich übte Zuhause, wann immer ich konnte. In der Bücherei gab es leider nur ein einziges Buch über die Methode, aber das reichte für´s Erste.  Das Fitness Studio sah ich kaum noch, oder es sah mich kaum noch ;o)

Es ging mir besser, schon nach ein paar Wochen, kaum noch Rückenschmerzen, wenig Verspannungen und ich fühlte mich größer, aufrechter. Klasse Sache, in mir wuchs ein Wunsch und ich gab ihm die Chance weiter zu wachsen. Mehr dazu, nächste Woche, eure Sabine

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Kommentare: 2
  • #1

    Oliver (Mittwoch, 18 Juli 2018 13:29)

    Interessante Geschichte. Ein toller Lebenslauf! Das sitzen ist zu unserem Hobby geworden und die Bewegung spielt sich Max an der Spielekonsole oder Smartphone ab.
    Wohl dem der noch Spaß zum aktiven Sport hat�

  • #2

    Nancy (Mittwoch, 18 Juli 2018 19:16)

    Mit deiner Unterstützung, Sabine, habe ich auch gelernt, wie sehr Pilates und auch Yogaübungen mir gut tun! Mein Rücken motiviert mich jeden Tag diese Bewegungen zu machen, auch wenn es heißt, dass ich dafür etwas früher aufstehen muss! Es geht mir einfach besser danach und Schmerzen habe ich nun selten! :)